Rundgang "Wir" und die "Anderen"
Im Rahmen des Wahlpflichtfachs Geschichte besuchte die 6AB gemeinsam mit Prof. Prettenthaler den Gedenkrundgang „Wir" und die „Anderen", geführt von Martha des Mauthausen Komitees. Los gings am Oskar-Morgenstern-Platz und führte zu sieben historisch bedeutsamen Orten in Wien. Der Rundgang widmet sich der NS-Zeit (1938–1945) und den Opfergruppen des 2. Weltkrieges. Anhand von Mahnmalen und Biografien Betroffener wurde das Terrorsystem an Orten des tatsächlichen Geschehens erfahrbar gemacht. Die sechs Stationen waren: das Polizeigefangenenhaus „Liesl", von dem aus Häftlinge wie Ceija Stojka in Konzentrationslager deportiert wurden; das Wiener Hauptgesundheitsamt, wo die NS-Rassenhygiene bürokratisch umgesetzt wurde; das Mahnmal am Morzinplatz, wo sich ab 1938 die Gestapo-Leitstelle im Hotel „Metropole" befand; der Stadttempel in der Seitenstettengasse, die einzige Synagoge Wiens, die die Novemberpogrome 1938 überstand; das Holocaust-Mahnmal am Judenplatz, das den über 65.000 ermordeten österreichischen Jüdinnen und Juden gewidmet ist und die Feuerwehr am Hof, wo ein Gedenkstein an sechs der NS-Justiz zum Opfer gefallene Feuerwehrmänner erinnert. Der Rundgang machte deutlich, wie vielschichtig die Opfergruppen des Nationalsozialismus waren. Martha verknüpfte die Stationen mit konkreten Einzelbiografien und stellte Bezüge zur Gegenwart her – denn Fragen nach Ausgrenzung und dem Schweigen einer Mehrheit haben nichts an Aktualität verloren.